Partido Social Cristão

Partido Social Cristão
Logo der PSC
Partei­vorsitzenderEveraldo Pereira
Gründung15. Mai 1985
Haupt­sitzBrasília, Rio de Janeiro
Aus­richtungReligiöse Rechte, Konservatismus, Christdemokratie, Wirtschaftsliberalismus
Farbe(n)Grün und Weiß
Mitglieder­zahl419.574 (Juli 2020)[1]
Websitewww.psc.org.br

Der Partido Social Cristão (PSC, deutsch Soziale Christliche Partei)[2] ist eine rechtsreligiöse, konservative und wirtschaftsliberale Partei in Brasilien.[3] In deutschsprachigen Medien wird sie sowohl als rechtsextrem, wie auch rechtspopulistisch bezeichnet.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2014 erhielt ihr Spitzenkandidat Everaldo Pereira lediglich 0,75 % der Stimmen.

Geschichte

Der PSC wurde am 15. Mai 1985 in Abgrenzung zum sozialistischen und progressiven Partido dos Trabalhadores gegründet. Der Eintrag in das Register der wahlberechtigten Parteien erfolgte jedoch erst am 29. März 1990. Auf Wahlzetteln trägt sie die Nummer 20.

Am 17. Juli 2015 übernahm Everaldo Pereira, in Brasilien bekannt als Pastor Everaldo, den Parteivorsitz, nachdem er bereits vom 17. Juli 2003 bis zum 16. Juli 2015 als Vizepräsident des PSC fungierte. Pastor Everaldo verkörpert die politische Linie der Partei: Antikommunistisch, gegen Homosexuellenehen, gegen Abtreibung und Lockerung der Drogengesetze.

Der PSC verzeichnete mit Stand Februar 2017 421.471 Mitglieder, die sich zum Juli 2020 auf 419.574 leicht verringerten.[1]

Wahlerfolge

Präsidentschaftswahlen

In Wahljahren ohne eigenen Kandidaten schloss sie sich den Wahlbündnissen anderer Kandidaten an.

JahrPräsidentschafts-
kandidat
Vizepräsidentschafts-
kandidat
KoalitionStimmen%Platz
1989Fernando Collor de Mello (PRN)Itamar Franco (PRN)PRN, PSC, PTR und PST35.089.99849,94 %1.
1994Hernani FortunaVítor Jorge Nósseisohne Koalition238.1970,38 %8.
1998Sérgio BuenoRonald Abrahão Azaroohne Koalition124.6590,18 %11.
2002Anthony Garotinho (PSB)José Antônio Almeida (PSB)PSB, PGT, PTC, PSC15.180.09717,86 %3.
2006
2010Dilma Rousseff (PT)Michel Temer (PMDB)PT, PMDB, PR, PSB, PDT, PCdoB, PSC, PRB, PTC und PTN55.752.52956,05 %1.
2014Everaldo PereiraLeonardo Gadelhaohne Koalition780.5130,75 %5.
2018Álvaro Dias (PODE)Paulo Rabello de Castro[4]PODE, PSC, PTC und PRP859.5740,80 %9.

Wahlen zum Nationalkongress

In der 55. Legislaturperiode stellt der PSC 2 Senatoren (von 81) und 13 Abgeordnete (von 513).[5]

Kommunalwahlen

Bei der Kommunalwahl in Brasilien 2016 erlangten Kandidaten der Partei 87-mal das Amt des Stadtpräfekten (Bürgermeister, portugiesisch Prefeito Municipal) (von 5.568 Städten landesweit), sowie 1525[6] von gesamt 56.810 möglichen Stadtverordnetenämtern (portugiesisch vereador) für die Stadträte (Câmara municipal).

Bekannte Mitglieder

Bekannte Parteimitglieder sind bzw. waren neben Pastor Everaldo auch Jair Bolsonaro (2016–2018), Marco Feliciano (2010–2018), Wilson Witzel (seit 2018) oder Cláudio Castro (seit 2002).

Kontroversen

Pastor Everaldo wurde am 28. August 2020 in dem gleichen Ermittlungsverfahren, das zur Amtsenthebung von Wilson Witzel, Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, führte, durch die Bundespolizei verhaftet.[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Tribunal Superior Eleitoral: Estatísticas do eleitorado – Eleitores filiados. Abgerufen am 29. August 2020 (portugiesisch).
  2. Andere deutschsprachige Bezeichnungen sind auch Sozial-christliche Partei oder Christlich-soziale Partei.
  3. Partidos políticos registrados no TSE. Website des Tribunal Superior Eleitoral
  4. Alvaro Dias registra candidatura a presidente no TSE. In: ISTOÉ Independente. 14. August 2018 (brasilianisches Portugiesisch, istoe.com.br [abgerufen am 16. August 2018]).
  5. Bancada da Eleição de 2014 para Deputado Federal (Titulares). Website der Câmara dos Deputados. Abgerufen am 10. März 2017 (portugiesisch).
  6. Vereadores Eleitos no País em 2016. O Globo (G1), 3. Oktober 2016, abgerufen am 10. März 2017 (portugiesisch).
  7. Catia Seabra, Italo Nogueira: Preso, Pastor Everaldo foi padrinho político de Witzel e batizou Bolsonaro. In: com.br. Folha de S.Paulo, 28. August 2020, abgerufen am 29. August 2020 (brasilianisches Portugiesisch).

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