Landkreis Hünfeld

WappenDeutschlandkarte
Wappen des Landkreises Hünfeld
Landkreis Hünfeld
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Hünfeld hervorgehoben

Koordinaten: 50° 40′ N, 9° 46′ O

Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum:1821–1972
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk:Kassel
Verwaltungssitz:Hünfeld
Fläche:425,2 km2
Einwohner:34.800 (31. Dez. 1971)
Bevölkerungsdichte:82 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen:HÜN
Kreisschlüssel:06 2 37
Kreisgliederung:24 Gemeinden
Landrat:Heinrich Beck (CDU)

Der Landkreis Hünfeld war ein bis zur Gebietsreform 1972 bestehender Landkreis in Hessen. Sein Gebiet gehört heute überwiegend zum Landkreis Fulda; das Gebiet der heutigen Gemeinde Haunetal (Hauptort Neukirchen) wurde an den Landkreis Hersfeld-Rotenburg abgegeben. Der Kreissitz war in Hünfeld.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzte Anfang 1972, im Nordosten beginnend im Uhrzeigersinn, an den Kreis Bad Salzungen im Bezirk Suhl der DDR sowie an die hessischen Landkreise Fulda, Lauterbach und Hersfeld.

Geschichte

Der Kreis Hünfeld wurde 1821 im Kurfürstentum Hessen gegründet. Im Jahre 1856 wechselte die Gemeinde Rödergrund vom Kreis Hünfeld in den Kreis Fulda und wurde dort Teil der Gemeinde Rödergrund-Egelmes.[1]

Nach der Annexion des Kurfürstentums durch Preußen als Folge des Deutschen Kriegs im Jahre 1866 gehörte der Kreis zum Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Am 1. April 1881 wechselten die Gemeinden Oberstoppel und Unterstoppel sowie der Gutsbezirk Oberförsterei Burghaun aus dem Kreis Hersfeld in den Kreis Hünfeld.[1]

Seit 1946 war der Landkreis Teil des Landes Hessen.[2] Nachdem Oberufhausen und Unterufhausen am 1. April 1958 zur Gemeinde Ufhausen zusammengeschlossen wurden, umfasste der Landkreis Hünfeld 77 Gemeinden, von denen mit Hünfeld eine das Stadtrecht besaß. In den Jahren 1968 und 1971 wurde der Landkreis Hünfeld zweimal verkleinert:

  • Am 1. September 1968 schied die Gemeinde Glaam aus dem Landkreis aus und wurde in die Gemeinde Ransbach im Landkreis Hersfeld eingegliedert.
  • Am 1. Februar 1971 schied die Gemeinde Mansbach aus dem Landkreis aus und wurde mit der Gemeinde Ransbach zur neuen Gemeinde Hohenroda im Landkreis Hersfeld zusammengeschlossen.

Durch eine Reihe von weiteren Gemeindefusionen, bei denen auch die neuen Gemeinden Haunetal, Kiebitzgrund und Nüsttal entstanden, verringerte sich die Zahl der Gemeinden des Landkreises bis Juli 1972 auf 24.[3]

Im Rahmen der hessischen Kreisreform wurde der Landkreis Hünfeld zum 1. August 1972 aufgelöst:[4]

  • Die Gemeinde Haunetal, in die gleichzeitig die Gemeinde Unterstoppel eingegliedert wurde, kam zum neuen Landkreis Hersfeld-Rotenburg
  • Die Gemeinde Erdmannrode wurde in die Gemeinde Schenklengsfeld im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eingegliedert.
  • Die Gemeinden Bodes und Fischbach wurden in die Gemeinde Hauneck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eingegliedert.
  • Der gesamte übrige Teil des Landkreises wurde in den Landkreis Fulda eingegliedert. Gleichzeitig fanden zum 1. August 1972 noch weitere Eingemeindungen statt, so dass aus dem Altkreis Hünfeld letztendlich die Gemeinden Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld, Nüsttal und Rasdorf in den Landkreis Fulda eintraten.

Einwohnerentwicklung

Kreis

Einwohner1871189019001910192519391950196019701971
Landkreis Hünfeld[4][5][6][7]24.52823.50822.51523.17924.46624.88437.78935.00036.37134.800

Große Gemeinden

Gemeinden des Kreises Hünfeld mit mehr als 1000 Einwohnern:[4][6][8]

Gemeinde1871193919611970
Burghaun1149115418412121
Eiterfeld56577015321683
Hünfeld1634277261827001
Mackenzell4616209541161
Mansbach89183612301246
Rasdorf109495512611308
Steinbach84478710891146

Politik

Landräte

Namevonbis
Aloys Maier18211851
Hermann Wolff von Gudenberg18511863
Carl Götz18641879
Max Friedrich Martin Georg Fliedner18791882
Martin von Wegnern18821889
Alexander von Dalwigk zu Lichtenfels18891898
Georg von Steinmann18981901
Wolf Dietrich von Trotha19011911
Constantin von Jerin19111916
Hubert Jakob Walter Ludwig19181935
Konrad Fischer19351936
Eberhard Wilhelm Karl Otto Heß19371945
Adam Hartmann (kommissarisch)19451946
Heinrich Beck19461972

Wappen

Im Januar 1951 wurde dem Landkreis Hünfeld durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.[9]

Gemeinden

Die folgende Tabelle enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Hünfeld während seines Bestehens angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen:[3]

Gemeindeeingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
Anmerkung
ArzellEiterfeld1. Februar 1971
BetzenrodEiterfeld1. Februar 1971
BodesHauneck1. August 1972
BuchenauEiterfeld1. August 1972
Burghaunzum Lkr. Fulda1. August 1972
DammersbachHünfeld31. Dezember 1971
DittlofrodEiterfeld1. April 1972
Eiterfeldzum Lkr. Fulda1. August 1972
ErdmannrodeSchenklengsfeld, Lkr. Hersfeld-Rotenburg1. August 1972
FischbachHauneck1. August 1972
GiesenhainBuchenau1. Januar 1970
GlaamRansbach, Lkr. Hersfeld1. September 1968
GotthardsNüsttal1. August 1972
GroßenbachHünfeld31. Dezember 1971
GroßenmoorKiebitzgrund1. Oktober 1971
GroßentaftEiterfeld1. Februar 1971
GrubenBurghaun1. Februar 1971
GrüsselbachRasdorf1. April 1972
HaselsteinNüsttal1. August 1972
Haunetalzum Lkr. Hersfeld-Rotenburg1. August 1972am 1. Februar 1971 gegründet
HechelmannskirchenKiebitzgrund1. Oktober 1971
HermannspiegelHaunetal1. Februar 1971
HofaschenbachNüsttal1. Februar 1971
Hünfeld, Stadtzum Lkr. Fulda1. August 1972
HünhanBurghaun31. Dezember 1971
KiebitzgrundBurghaun1. August 1972am 1. Oktober 1971 gegründet
KirchhaselHünfeld31. Dezember 1971
KörnbachEiterfeld1. Februar 1971
LangenschwarzKiebitzgrund1. Oktober 1971
LeibolzEiterfeld1. Mai 1970
LeimbachEiterfeld1. August 1972
MackenzellHünfeld1. Februar 1971
MahlertsHofbieber1. August 1972
MalgesHünfeld1. Februar 1971
MansbachHohenroda, Lkr. Hersfeld1. Februar 1971
MauersHaunetal1. Februar 1971
MeisenbachHaunetal31. Dezember 1971
MengersEiterfeld1. August 1972
MichelsrombachHünfeld1. Februar 1971
MittelaschenbachNüsttal1. Februar 1971
MolzbachHünfeld1. Februar 1971
MorlesNüsttal1. Februar 1971
MüsenbachHaunetal31. Dezember 1971
NeukirchenHaunetal1. Februar 1971
NüstHünfeld31. Dezember 1971
Nüsttalzum Lkr. Fulda1. August 1972am 1. Februar 1971 gegründet
OberaschenbachNüsttal1. Februar 1971
OberbreitzbachMansbach1. Juli 1970
OberfeldHünfeld1. Februar 1971
ObergrubenHofbieber1. August 1972
ObernüstHofbieber1. August 1972
OberrombachHünfeld1. Februar 1971
OberstoppelHaunetal1. Februar 1971
OberufhausenUfhausen1. April 1958
OberweisenbornEiterfeld1. April 1972
OdensachsenHaunetal31. Dezember 1971
Rasdorfzum Lkr. Fulda1. August 1972
ReckrodEiterfeld1. September 1970
RhinaHaunetal1. Februar 1971
RimmelsNüsttal1. Februar 1971
RoßbachHünfeld1. Februar 1971
RothenkirchenBurghaun31. Dezember 1971
RückersHünfeld1. Februar 1971
RudolphshanHünfeld1. Februar 1971
SargenzellHünfeld1. Februar 1971
SchletzenrodHaunetal31. Dezember 1971
SchlotzauKiebitzgrund1. Oktober 1971
SchwarzbachHofbieber1. August 1972
SetzelbachRasdorf1. April 1972
SilgesNüsttal1. Februar 1971
SoisdorfEiterfeld1. Februar 1971
SoisliedenMansbach1. Januar 1970
SteinbachBurghaun31. Dezember 1971
TreischfeldEiterfeld1. Februar 1971
UfhausenEiterfeld1. August 1972
UnterbernhardsHilders1. August 1972
UnterstoppelHaunetal1. August 1972
UnterufhausenUfhausen1. April 1958
WehrdaHaunetal31. Dezember 1971
WetzlosHaunetal31. Dezember 1971
WölfEiterfeld1. August 1972

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HÜN zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Juli 1972 ausgegeben.

Einzelnachweise

  1. a b Ulrich Reuling: Verwaltungs-Einteilung 1821–1955. (PDF) In: Geschichtlicher Atlas von Hessen. Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS), S. 176, abgerufen am 19. März 2016.
  2. Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  3. a b Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 400.
  5. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. In: Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Band X, 1873, ZDB-ID 1467505-5, S. 120 (Digitalisat).
  6. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Einwohner Landkreis Hünfeld. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
  8. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871, Kreis Hünfeld
  9. Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an den Landkreis Hünfeld, Reg.-Bezirk Kassel vom 30. Januar 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951 Nr. 7, S. 73, Punkt 124 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,9 MB]).

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