Kommissionär

Abgrenzung des Kommissionärs von Handelsmakler und Handelsvertreter

Kommissionär ist die Bezeichnung für einen selbständigen Kaufmann (österr. Recht: Unternehmer), der Waren (Commodities) oder Wertpapiere im eigenen Namen, aber auf fremde Rechnung (gegen Provision) kauft oder verkauft (siehe Kommissionsgeschäft).

Nach dem Abschluss des Ausführungsgeschäfts hat der Kommissionär gemäß § 384 Abs. 2 HGB bzw. österr. UGB folgende Pflichten:

  • Er muss dem Kommittenten die erforderlichen Auskünfte geben und Rechenschaft über das Ausführungsgeschäft ablegen sowie die Person des Dritten nennen.
  • Er muss dem Kommittenten alles herausgeben, was er zur Ausführung der Kommission erhalten (§ 675, § 667 BGB) und aus der Geschäftsbesorgung erlangt hat (§ 384 HGB). Der Einkaufskommissionär hat das Eigentum an der erworbenen Ware auf den Kommittenten zu übertragen oder den Anspruch auf Übereignung abzutreten und einen nicht ausgenutzten Kaufpreisvorschuss zurückzugewähren. Der Verkaufskommissionär hat dem Kommittenten das erhaltene Geld, sofern er es bar erhalten hat, nach § 929 BGB zu übereignen oder die noch nicht erfüllte Kaufpreisforderung gegen den Dritten nach § 398 BGB abzutreten. Den Besitz an nicht verkaufter Ware muss er zurück übertragen.

Eine besondere Form des Kommissionsgeschäfts im Außenhandel ist die Konsignation, die Übersendung verkaufsbereiter Ware an den Kommissionär, der in diesem Falle Konsignator heißt, mit dem Auftrag, diese Ware als Konsignationslager für Rechnung des Kommittenten oder Konsignanten zu verkaufen.

Da der Kommissionär rein auftragsbezogen tätig wird, besitzt er kein Lagerrisiko.

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Autor/Urheber: Original: Friedrich Kromberg in der Wikipedia auf DeutschVektorisierung: Marlus Gancher, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Absatzmittler (Kaufleute/Handelsrecht) nach Tätigkeit

Abkürzungen:

Die Grafik stellt die Tätigkeiten von (Handels-)Makler, Handelsvertreter und Kommissionär gegenüber:

  • Vermittlung: Die Dienstleistung des (Handels-)Maklers/Handelsvertreters besteht in einem "Zusammenbringen" von vertragsabschlusswilligen Parteien.
  • Stellvertretung (Abschluss): Der Handelsvertreter (nach österr. R. auch der (Handels-)Makler) hat die Vollmacht, selbst, aber eben in Namen eines anderen, als Stellvertreter den Vertrag abzuschließen.
  • indirekte Stellvertretung: Der Kommissionär ist hingegen bloß als indirekter Stellvertreter tätig, sodass er selbst Vertragspartner wird (indem der z. B. verkauft) und bloß auf fremde Rechnung handelt, d. h. im Innenverhältnis seinem Kommittenten, auf dessen Rechnung der tätig ist, verpflichtet ist.
Achtung: Nach dt. Recht ist der (Handels-)Makler nur berechtigt zur Vermittlung (§§ 652ff BGB; § 93 [dt.] HGB); nach österr. Recht ist der (Handels-)Makler, eine ausdrücklicher Vereinbarung vorausgesetzt, auch berechtigt zum Abschluss von Geschäften, also berechtigt als Stellvertreter zu agieren (§§ 1 und 2 MaklerG)!