Küssnacht SZ

SZ ist das Kürzel für den Kanton Schwyz in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Küssnachtf zu vermeiden.
Küssnacht
Wappen von Küssnacht
Staat:SchweizSchweiz Schweiz
Kanton:Kanton SchwyzKanton Schwyz Schwyz (SZ)
Bezirk:Küssnachtw
BFS-Nr.:1331i1f3f4
Postleitzahl:6402 Merlischachen
6403 Küssnacht SZ
6405 Immensee
UN/LOCODE:CH KSR (Küssnacht)
CH IMM (Immensee)
Koordinaten:676125 / 215156
Höhe:445 m ü. M.
Höhenbereich:414–1797 m ü. M.[1]
Fläche:29,39 km²[2]
Einwohner:i13'300 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte:453 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
23,3 % (31. Dezember 2019)[4]
Website:www.kuessnacht.ch
Küssnacht von der Seebodenalp aus gesehen

Küssnacht von der Seebodenalp aus gesehen

Lage der Gemeinde
Kanton NidwaldenVierwaldstätterseeZugerseeKanton LuzernKanton ZugBezirk GersauBezirk SchwyzKüssnacht SZKarte von Küssnacht
Über dieses Bild
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Küssnacht (schweizerdeutsch Chüsnacht[ˈχysnɑχt], bis 31. Dezember 2003 offiziell Küssnacht am Rigi) ist der grösste Ortsteil der Gemeinde Küssnacht. Diese bildet zugleich einen Bezirk des zentralschweizerischen Kanton Schwyz und liegt am nordöstlichen Arm des Vierwaldstättersees sowie am Südwestufer des Zugersees.

Auf dem Weg von Küssnacht nach Immensee befindet sich die Hohle Gasse, die durch Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell weltweite Bekanntheit erlangte, da dort Wilhelm Tell den Landvogt Gessler mit einer Armbrust erschossen haben soll. Zwischen Küssnacht und Merlischachen steht die Astrid-Kapelle zum Gedenken an die dort im Jahr 1935 tödlich verunglückte Königin Astrid von Belgien.

Geographie

Die Gemeinde Küssnacht besteht aus den Ortschaften Küssnacht mit dem Weiler Haltikon, Immensee und Merlischachen. Die Nachbargemeinden sind Udligenswil, Adligenswil, Meggen, Greppen, Arth, Meierskappel, Risch sowie über den Zugersee Walchwil.

Wie der frühere Gemeindename sagt, liegt der Ausflugsberg Rigi auf Gemeindegebiet, welcher mit 1797 m ü. M. auch der höchste Punkt der Gemeinde ist. Der tiefste Punkt ist der Zugersee mit 413 m ü. M.

Geschichte

Küssnacht am Rigi, historisches Luftbild vor 1920, aufgenommen aus 800 Metern Höhe von Walter Mittelholzer

Der Name Küssnacht ist eine Bildung aus einem lateinischen Personennamen wie Cossinius, Cossonius, Cusin(n)ius oder ähnlich sowie der keltischen Ortsnamenendung -akos/-acum und bedeutet damit «Landgut des Cossinius (oder ähnlich)». Damit geht der Ortsname in eine Zeit zurück, als die keltische Bevölkerung anfing, lateinische Personennamen zu verwenden.[5] Bezeugt ist er erstmals um das Jahr 830 auf, als der Adlige Recho seinen Besitz dem Kloster St. Leodegar in Luzern vermachte.

Der Einfluss von Luzern nahm ab, als die Schwyzer sich hier festsetzten und noch vor dem Sempacherkrieg eine Zollstätte errichteten. 1424 wurde Küssnacht ein Bezirk des Kantons Schwyz mit eigenem Rat und Gericht. 1831 schloss sich der Bezirk dem kurzlebigen liberalen Kanton Ausserschwyz an. 1833 und 1847 führten parteipolitische Kämpfe zu Besetzungen durch Schwyzer- und Tagsatzungstruppen.

Küssnacht galt als berühmte Reisedestination. Goethe und Uhland statteten dem Ort einen Besuch ab; ebenso weilten der bayrische König Ludwig II. sowie der portugiesische König Dom Luis hier.

Seit 1963 besteht eine Gemeindepartnerschaft zu Küssnach in Baden-Württemberg.

Stadtentwicklung

Küssnacht weist Hotellerie und Gaststättengewerbe auf. Als historische Bauten bestehen Bürger- und Fachwerkhäuser, zwei restaurierte Rathäuser aus dem 18. Jahrhundert sowie die stilgerecht restaurierte barocke Pfarrkirche St. Peter und Paul. Am Seeufer ist eine Seepromenade an die Stelle des ehemaligen Warenumschlag- und Stapelplatzes getreten, das dort befindliche Tagungs- und Kongresszentrum Monséjour ist neueren Datums.

Bevölkerung

Die Gemeinde Küssnacht zählt 12'501 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Im Dorf Küssnacht wohnen 8'819 Personen, in der Ortschaft Immensee 2'458 Personen und in der Ortschaft Merlischachen 1'224 Personen. Die Gesamtbevölkerung ist zu 65,3 % römisch-katholisch und zu 10,7 % reformiert. Der Katholikenanteil ist unter der Bevölkerung mit Schweizer Bürgerrecht (71,2 %) wesentlich höher als unter der ausländischen Bevölkerung (43,9 %), wobei der Anteil der Reformierten unter Schweizern und Ausländern mit jeweils um die 10 % (11,8 % bzw. 6,9 %) ähnlich hoch ist. Der Ausländeranteil liegt bei 21,6 %.[6]

Politik

Bei den Nationalratswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Küssnacht: FDP 34,7 %, SVP 26,9 %, SP 15,8 %, CVP 14,7 %, glp 5,3 %, GPS 2,2 %.[7]

Verkehr

Der Bahnhof Küssnacht am Rigi befindet sich an der am 1. Juni 1897 von der Gotthardbahn-Gesellschaft eröffneten Bahnstrecke Luzern–Immensee. So wurde das Bauerndorf erstmals mit Luzern und Immensee verbunden. Die vier Buslinien führen nach Immensee, Schwyz, Rotkreuz und Root D4. Es gibt eine Seilbahn auf die Seebodenalp. Auch hat der Ort einen Hafen für die Linien-Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee.

Sehenswürdigkeiten

Brauchtum

Iffelen am Klausjagen 2004

Bekanntestes Brauchtum ist das Küssnachter Klausjagen, ein Sankt-Nikolaus-Brauch, der jeweils am 5. Dezember mit einem Umzug begangen wird. Beim ursprünglich heidnischen Brauch wurden mit Lärm die Wintergeister vertrieben; später kamen christliche Motive wie weisse Hirtenhemden, Bischofshüte (Infuln) und der Samichlaus hinzu. Der Umzug wird vom heute grössten Männerverein in Küssnacht organisiert, der 1928 gegründeten St. Niklausengesellschaft.

In Küssnacht wird eine kleine Innerschweizer Fasnacht begangen; der Schmutzige Donnerstag wird wie in Sattel SZ eine Woche früher als üblich durchgeführt. Dabei finden Fasnachtsumzüge und Monsterkonzerte statt. Es bestehen vier lokale Guggenmusik-Gruppen Blächchutzeler, Cossinius Fäger, Gessler Chessler und Rigigusler, die auch Maskenbälle organisieren. Die Alte Fasnacht (Sonntag nach Aschermittwoch) ist der lokale Höhepunkt der Küssnachter Fasnacht, bei dem in verschiedenen Restaurants Schnitzelbankgruppen und Kabarettisten auftreten.

Wenn früher im Herbst die Älpler zu Tal zogen, feierte man im Dorf mit Tanz und Gesang. Diese Feste sind der Ursprung der Sennenchilbi, die alle sechs Jahre in Küssnacht am Sonntag nach dem Schmutzigen Donnerstag stattfindet. Auf der Bühne vor dem Hotel Engel beginnen am frühen Morgen mit Tanz, Gesang, Jodelliedern, Alphornvorträgen und Fahnenschwingen folkloristische Darbietungen, die den Tag über andauern. Spezielle Attraktion ist der über 40 m hohe Kletterbaum, den junge Männer zu bezwingen versuchen. In Alphütten wird Käse zubereitet und den Festbesuchern gratis Kaffee mit Kirsch und «Nidle» abgegeben. Den Höhepunkt des Festes bildet der Festumzug mit der Alpabfahrt.

Seit 54 Jahren ist Küssnacht mit dem Küssaberger Ortsteil Küßnach im Landkreis Waldshut befreundet: «Im kleinsten Ortsteil der Gemeinde Küssaberg kam es [Ende Mai 2018] zu einem besonderen Treffen: Paul Bürk (84), der zu Zeiten, als Küssnach noch eine selbstständige Gemeinde war, als Ratsschreiber fungierte, erhielt Besuch von Ruedi Steinegger (88) aus Küssnacht am Rigi. […] Die beiden Senioren waren 1963 aktiv an der Gründung der Partnerschaft beider Orte beteiligt und sind die letzten lebenden Zeitzeugen der damals entstandenen Freundschaft.»[8]

Sport

Bekannte Sportvereine sin der Eishockeyverein Küssnachter SC sowie der Fussballverein FC Küssnacht.

Persönlichkeiten

  • Petra Gössi (* 1976), Politikerin (FDP), lebt in Küssnacht

Fotos

Literatur

  • Franz Wyrsch: Küssnacht (SZ). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • 3 Orte, 2 Seen, 1 Berg: Bezirk Küssnacht. Hrsg. vom Bezirk Küssnacht, o. J., ISBN 978-3-905886-01-6.
  • Quellen zur Geschichte der Landschaft Küssnacht am Rigi. Hrsg. vom Historischen Verein Küssnacht, 1984 ff.
  • Kurt Annen u. a.: «Me isch halt nid so heikel gsy». Küssnachter Geschichte(n) 1848 bis 1998. Offizielle Jubiläumsschrift zum 150-Jahre-Jubiläum des Bezirks Küssnacht. Bezirksverwaltung Küssnacht am Rigi, 1998.
  • Markus Bamert u. a.: Gesslerburg und Hohle Gasse mit Tellskapelle (= Schweizerische Kunstführer, Band 790). Bern 2006, ISBN 978-3-85782-790-7.
  • Klausjagen. Hrsg. von der St. Nikolausgesellschaft. Küssnacht am Rigi 1988.
  • Erika Schumacher: Vierwaldstättersee & Zentralschweiz. (= Dumont Reisetaschenbuch). Dumont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-4311-6, S. 68.

Weblinks

Commons: Küssnacht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 492.
  6. Bevölkerungsstatistik Bezirk Küssnacht per 01. Januar 2016. (PDF) Bezirk Küssnacht, 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
  7. Bundesamt für Statistik: NR - Ergebnisse Parteien (Gemeinden) (INT1). In: Eidgenössische Wahlen 2019 | opendata.swiss. 8. August 2019, abgerufen am 1. August 2020.
  8. Tina Prause: Küssnacht trifft Küssnach. Südkurier, 29. Mai 2018.

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Klausjagen in Küssnacht: Iffelen leuchten durch die Nacht
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Astrid-Kapelle in Küssnacht am Rigi (Schweiz)
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Blick von der Seebodenalp bei Küssnacht auf den vernebelten Zuger See/Schweiz