Justizzentrum Köln

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Justizzentrum Luxemburger Straße (August 2013)

Das Justizzentrum Köln liegt an der Luxemburger Straße Nr. 101 in Köln-Sülz und ist die Bezeichnung für mehrere hier untergebrachte Justizbehörden.

Entstehungsgeschichte

Bis zum Bezug des Justizzentrums befanden sich die Kölner Justizbehörden überwiegend im Justizgebäude am Appellhofplatz (Amtsgericht Köln, Landgericht Köln und Strafjustiz) und im Justizgebäude Reichenspergerplatz (Oberlandesgericht Köln, Handelsregister und Grundbuchamt). Die Raumkapazitäten in beiden Justizgebäuden reichten nicht mehr aus, so dass ein Neubau erforderlich wurde. Zur Verfügung stand ein 143.000 m² großes Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Sülz, der bis zum 18. Juni 1974 Beginn und Ende der Fahrtroute der sogenannten „Schwarzen Bahn“ darstellte.

Das Areal wurde zum Preis von 21,6 Millionen Mark an die Kölner Stadtentwicklungs- und Bauträgergesellschaft moderne stadt GmbH verkauft[1] und anschließend von dieser arrondiert. Bis 1980 entwarf der Kölner Architekt Henrik Busch – der auch das Colonia-Hochhaus schuf – in deren Auftrag den ersten Abschnitt einer 23-stöckigen Stahlkonstruktion, HPP übernahmen den 16-geschossigen 2. Bauabschnitt. Insgesamt lagen die Baukosten bei 127 Millionen Mark. Das 105 Meter hohe Bauwerk wurde am 30. April 1981 bezugsfertig. Bereits am 17. März 1981 übernahm das Verwaltungsgericht Köln die Räume des Landgerichts am Appellhofplatz.[2] Im Juni 1984 erfolgte nebenan die Grundsteinlegung eines Gebäudes für die Staatsanwaltschaft Köln, die bisher ebenfalls über mehrere Gebäude in der Innenstadt verteilt war (Appellhofplatz, Gürzenich). 1987 bezog sie das Gebäude mit der Adresse Am Justizzentrum Nr. 13 (Straßenlänge: 601 Meter). Im April 1989 konnte das Institut für Anwaltsrecht der Universität zu Köln Am Justizzentrum Nr. 7 einziehen. Damit war der Standort einheitlicher Sitz des Amts- und Landgerichts Köln sowie der Staatsanwaltschaft Köln. Auf einer Fläche von 64.000 m² sind hier etwa 1.700 Bedienstete tätig.

Lage

Der Gebäudekomplex liegt an der Luxemburger Straße 101 in der Nähe der Straßenkreuzung Universitätsstraße / Weißhausstraße, schräg gegenüber befindet sich das Uni-Center. Die Haltestelle der Stadtbahn Köln (Linie 18) ist Weißhausstraße.

Sanierungspläne

Der Bauherr Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) plant seit April 2012 die Generalsanierung des nunmehr über 30 Jahre alten, hochtechnisierten Gebäudekomplexes. Im November 2012 hat er der Landesregierung empfohlen, statt der Sanierung einen Neubau an anderer Stelle in Köln errichten zu lassen. Trotzdem sind für eine minimale Sanierung (insbesondere Brandschutz) 18 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen; eine Generalsanierung würde etwa 150 Millionen Euro kosten.[3] Im Februar 2014 entschieden sich das Justiz- und Finanzministerium sowie der BLB aus Wirtschaftlichkeits- und operablen Gründen für einen Neubau an anderer Stelle. Die Stadt Köln erhielt die Planungshoheit und kann den Standort selbst wählen. In der engeren Auswahl stehen die „Domgärten“ (ehemaliges Brauereigelände der Dom-Brauerei an der Alteburger Straße; seit September 2008 im Besitz des BLB) und der in der unmittelbaren Nähe liegende Standort Hans-Carl-Nipperdey-Straße; der Rat der Stadt Köln entschied sich im April 2014 mehrheitlich für die benachbarte Hans-Carl-Nipperdey-Straße.[4]

Einzelnachweise

  1. Kölner Stadt-Anzeiger vom 12. November 2012, Mit der schwarzen Bahn durch Sülz
  2. Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 318
  3. Kölner Stadt-Anzeiger vom 13. März 2013, Justizzentrum soll aufwändig saniert werden
  4. Rat der Stadt Köln, Sitzung vom 8. April 2014, Standort für neues Justizzentrum in Köln

Weblinks

 Commons: Justizzentrum (Köln) – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 50° 55′ 21,6″ N, 6° 56′ 9,7″ O

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