Jeronim Perović

Jeronim Perović, 2012

Jeronim Perović (* 1971) ist ein Schweizer Historiker und Politikwissenschaftler. Er arbeitet seit 2011 als Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich und ist Direktor des Center for Eastern European Studies (CEES).

Leben und Wirken

Perović studierte von 1991 bis 1997 an der Universität Zürich Geschichte, Politikwissenschaften und Russische Literatur und wurde im Jahr 2000 mit einer Arbeit zum russländischen Regionalismus promoviert. 2013 hat er sich an der gleichnamigen Institution zum Thema der nordkaukasischen Geschichte unter russischer Herrschaft habilitiert.[1]

Vor seinem Antritt als Professor an der Universität Zürich war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Basel (2008–2011) und davor Programmverantwortlicher für den Forschungsbereich Russland/Eurasien am Center for Security Studies der ETH Zürich (1997–2003, 2003–2005). Er hat zahlreiche Aufenthalte an ausländischen Universitäten und Forschungsinstitutionen absolviert. So war er Student an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität in Moskau (1995–1996), Short-Term Scholar am Kennan Institute des Woodrow Wilson International Center for Scholars in Washington DC (2002), Visiting Scholar am Davis Center for Russian and Eurasian Studies der Universität Harvard (2003–2005) und Guest Scholar am Center for Russian, East European and Eurasian Studies der Universität Stanford (2014).

In seinen Arbeiten befasst sich Perović sowohl mit historischen als auch aktuellen Fragestellungen Osteuropas. An der Universität Zürich forscht und lehrt er zur russischen und sowjetischen Geschichte und zur Geschichte des Balkans ab dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Er leitete zwei vom SNF finanzierte Forschungsprojekte: „Energie und Macht: Eine kulturgeschichtliche Betrachtung von der frühen Sowjetzeit bis zum Russland der Gegenwart“ und „Sicherheit, Krieg und Frieden in der Sowjetunion und Russland“.[2] Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten sind u. a. erschienen in den Zeitschriften Europe-Asia Studies, Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History, Journal of Contemporary History, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Journal of Cold War Studies, Geopolitics, Demokratizatsiya: The Journal of Post-Soviet Democratization, Osteuropa: Zeitschrift für Gegenwartsfragen des Ostens und Europa Regional. Daneben hat er eine Reihe von Buchbeiträgen verfasst und an der Herausgabe mehrerer Sammelbände mitgewirkt (erschienen u. a. bei Routledge, Oxford University Press, Palgrave Macmillan und Peter Lang).

Perović ist Mitherausgeber der Online-Zeitschriften Russian Analytical Digest[3] und Caucasus Analytical Digest[4]. Er hat sich wiederholt auch zu aktuellen Ereignissen in Osteuropa geäussert[5] und in den Medien Stellung bezogen[6]. Er ist Mitbegründer und Leiter des 2017 gegründeten des Center for Eastern European Studies (CEES) an der Universität Zürich.[7]

Schriften (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Für eine Besprechung des 2015 im Böhlau-Verlag erschienenen Buches "Der Nordkaukasus unter russischer Herrschaft" siehe: Ivo Mijnssen, Gescheiterte Herrschaft: Die Russen im Nordkaukasus, Neue Zürcher Zeitung, 29. März 2016
  2. Detaillierte Angaben zu den Projekten auf der Website der Professur Perović (Memento vom 25. April 2016 im Internet Archive);Porträt seines Forschungsprojektes zur Energiegeschichte: Treibstoff der Macht, Interview mit Jeronim Perović, magazin. Zeitschrift der Universität Zürich, 4/2013, S. 17-19 (PDF)
  3. Russian Analytical Digest
  4. Caucasus Analytical Digest
  5. So etwa: Russlands Sucht nach Öl: Wankt das „System Putin“?, in: Geschichte der Gegenwart, 1. März 2016
  6. Übersicht der Interviews auf der Website der Professur Perović
  7. Fabio Schönholzer: "Zeigen, was wir tun". UZH News, 23. Februar 2017, abgerufen am 17. Juni 2018.

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Jeronim Perović, Aufnahme an der Universität Zürich, 2012