Hebräisches Alphabet

Hebräisches Alphabet
SchrifttypAbdschad
SprachenHebräisch
Aramäisch
Jiddisch
Judäo-Arabisch
Jidi
Judäo-Berberisch
Ladino
Verwendungszeitseit etwa 300 v. Chr.
AbstammungPhönizische Schrift
 → Aramäische Schrift
  → Hebräisches Alphabet
Besonderheitenhorizontal von rechts nach links geschrieben;
von rechter Buchseite nach linker Buchseite;
von links nach rechts geblättert
UnicodeblockU+0590 und U+05FF
U+FB1D und U+FB40
ISO 15924Hebr
Das Wort „Hebräisches Alphabet“ in Hebräisch

Ob Ihr Browser den hebräischen Text
auf dieser Seite korrekt darstellt,
können Sie hier sehen.

Hebräisch für „Garten Eden“

גן עדן

Der Text (rechts) sollte etwa so
aussehen wie das Bild (links).
Wenn dies nicht der Fall ist,
müssen Sie eine Schriftart
verwenden, die Unicode abdeckt.

Das hebräische Alphabet (hebräisch אָלֶף־בֵּית עִבְרִיalef-bet iwri) ist das aus 22 Buchstaben bestehende Alphabet des antiken und modernen Hebräisch sowie des biblischen und talmudischen Aramäisch. Daneben wurden und werden teilweise auch andere jüdische Sprachen oder Sprachformen damit geschrieben, zum Beispiel Jiddisch und Ladino.

Buchstaben

Die ersten zehn hebräischen Buchstaben Aleph bis Jod stehen als Zahlwerte auch für den Dekalog, hier von oben nach unten und von rechts nach links auf den Türen der Hauptsynagoge Ohel Jaʿakov, München (siehe auch Abecedarium)

Buchstabeheutige
Aussprache
Umschrift international[1]Umschrift deutsch[2]NameZahlenwert
klassische Druckschriftmoderne Handschrift
StandardformEndform
אHebrew letter Alef handwriting.svgʔʾʾAleph1
בHebrew letter Bet handwriting.svgb/vb/vb/wBeth2
גHebrew letter Gimel handwriting.svggggGimel3
דHebrew letter Daled handwriting.svgdddDaleth4
הHebrew letter He handwriting.svghhhHe5
וHebrew letter Vav handwriting.svgvvwWaw6
זHebrew letter Zayin handwriting.svgzzsZajin7
חHebrew letter Het handwriting.svgχchChet8
טHebrew letter Tet handwriting.svgtttTet9
יHebrew letter Yud handwriting.svgjyjJod10
כךHebrew letter Kaf handwriting.svg Hebrew letter Kaf-final handwriting.svgk/χk/khk/chKaph20
לHebrew letter Lamed handwriting.svglllLamed30
מםHebrew letter Mem handwriting.svg Hebrew letter Mem-final handwriting.svgmmmMem40
נןHebrew letter Nun handwriting.svg Hebrew letter Nun-final handwriting.svgnnnNun50
סHebrew letter Samekh handwriting.svgsssSamech60
עHebrew letter Ayin handwriting.svgʔ (seltener ʕ)ʿʿAjin70
פףHebrew letter Pe handwriting.svg Hebrew letter Pe-final handwriting.svgp/fp/fp/fPe80
צץHebrew letter Tsadik handwriting.svg Hebrew letter Tsadik-final handwriting.svgt͡stszTzade90
קHebrew letter Kuf handwriting.svgkkkQoph100
רHebrew letter Resh handwriting.svgʁrrResch200
שHebrew letter Shin handwriting.svgs, ʃs, shs, schSin, Schin300
תHebrew letter Taf handwriting.svgtttTaw400

Geschichte

Die hebräische Sprache wurde ursprünglich mit der althebräischen Schrift geschrieben, die stark der phönizischen Schrift ähnelt (Beispiel: ב, ein um 90° gedrehtes Haussymbol: Phoenician beth.png, hebräisch ביתbajit „Haus“). Beide haben vermutlich die Protosinaitische Schrift als gemeinsamen Ursprung.

Seit dem fünften bis vierten Jahrhundert v. Chr. wurden mit dem Aufstieg des Perserreichs und nach dem babylonischen Exil Reichsaramäisch die Verwaltungssprache und die Buchstabenformen des aramäischen Alphabets zur allgemein verwendeten Schrift für Aramäisch und für andere Sprachen. Langsam wurde der Gebrauch der althebräischen Schriftzeichen verdrängt.

In den Schriftrollen vom Toten Meer findet sich die althebräische Schrift noch gelegentlich vor allem zur Bezeichnung des Gottesnamens, und Münzen vom Aufstand des Bar Kochba haben noch solche Schriftzeichen.

Die althebräische Schrift wurde schließlich von den Rabbinern im 2. Jahrhundert n. Chr. als unbrauchbar für heilige Texte erklärt. An ihrer Stelle legten sie die bis heute im Hebräischen übliche aus dem jüdisch-aramäischen Duktus entwickelte hebräische Buchschrift oder Quadratschrift als einzig kanonisch geltend fest. Der Samaritanische Pentateuch wird bis heute in einer Weiterentwicklung der althebräischen Schrift geschrieben.

Daneben existieren eine Reihe von epochenabhängigen regionalen Kursivschriften, die die Quadratschrift mit handschriftlichem Schwung nachbilden, und eine moderne Kursivschrift, die sich im deutsch-aschkenasischen Bereich im 19. Jahrhundert ausbildete.

Form

Die hebräische Schrift ist linksläufig, sie wird in der primären Schreibrichtung von rechts nach links, sekundär von oben nach unten geschrieben und gelesen. Es gibt keine Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung, jedoch erhalten fünf der Buchstaben am Wortende eine besondere Endform, die in der Tabelle rechts neben der Standardform erscheint.

Alle Buchstaben sind ursprünglich reine Konsonanten, allerdings werden vier davon neben ihrer konsonantischen Bedeutung zusätzlich dazu benutzt, um als sogenannte Matres lectionis (Mütter der Lesung) Vokale darzustellen, vor allem lange Vokale. So werden etwa die beiden Vokale im Wort תורה „Tora“ (Weisung) als Konsonanten Waw und He geschrieben: ת Taw – ו Waw – ר Resch – ה He. Es werden aber nicht alle Vokale so geschrieben, vor allem kurze Vokale bleiben meist unbezeichnet. In biblischen Texten kommen für dasselbe Wort Schreibungen mit (Plene-Schreibung) und ohne Matres lectionis (defektive Schreibung) vor. Nur bei der Schreibung des Jiddischen ist die hebräische Schrift keine Konsonantenschrift mehr, in diesem Fall werden alle Vokale als Buchstaben geschrieben: e als ע Ajin, a und o als א Alef, sowie i, u, ei und oi mit Hilfe von י Jod und ו Waw.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurden alte Zahlzeichen von den Buchstaben zugewiesenen Zahlwerten abgelöst, die man mit zwei Schrägstrichen (Geresch und Gerschajim genannt) zwischen den beiden letzten Ziffern als Zahlen markiert. In heiligen Texten werden Zahlen meist in Worten ausgeschrieben, um Lesefehler und Abschreibfehler zu verhindern. Im heutigen Alltag werden Zahlen meist mit den auch in Deutschland üblichen arabischen Ziffern geschrieben, die Buchstabenschreibweise ist aber beispielsweise für Datumsangaben im jüdischen Kalender weiterhin üblich.

Biblische unvokalisierte Schreibung

Die älteste Form ist unvokalisierter Text, wie er in alten Bibelhandschriften vorliegt und bis heute für Schriftrollen mit Bibeltext verwendet wird. Er enthält bereits matres lectionis, aber weder Satzzeichen noch diakritische Zeichen aller Art.

Masoretische Vokalisation

Um die Lesung des Konsonantentextes der Heiligen Schrift für den gottesdienstlichen Vortrag zu fixieren, wurden verschiedene Systeme der Vokalisation (hebräisch Nikud, wörtlich „Punktierung“) entwickelt. Das tiberiensische System ist seit dem 8. Jahrhundert voll ausgebildet und hat sich gegenüber dem palästinischen und babylonischen System durchgesetzt. Der Name leitet sich von dem Ort Tiberias her, an dem dieses System entstand. Dabei sind aus Punkten und kleinen Strichen bestehende Vokalzeichen unter die Konsonanten gesetzt, nach denen sie ausgesprochen werden. Cholam wird jedoch links oberhalb des voranstehenden Konsonanten oder rechts oben auf dem Folgebuchstaben gesetzt, und Schuruq ist ein Punkt links neben dem Waw. Ein Vokal, der im unvokalisierten Text durch eine mater lectionis geschrieben wird, erscheint im vokalisierten Text als ein Vokalzeichen, dem die mater lectionis folgt – diese bleibt also erhalten, und nach Entfernung aller Vokalzeichen liegt wieder die biblische unvokalisierte Schreibung vor. Die Punktierung kommentiert so den Text, ohne ihn zu verändern.

Diese Form hat ein hohes Maß an eindeutiger Lesbarkeit dadurch, dass mit sehr wenigen Ausnahmen immer abwechselnd Konsonanten- und Vokalzeichen stehen, wobei erstere aus genau einem Buchstaben bestehen und letztere entweder nur aus einem Punktierungszeichen oder zusätzlich einer mater lectionis. Sie wird daher auch in modernen Texten verwendet, wenn es auf absolute Eindeutigkeit ankommt, etwa in Wörterbüchern (bei denen man dann auf die Angabe der Aussprache verzichten kann), auch in Gedichten und manchmal in Kinderbüchern zum leichteren Lesen, bei zum Studium vorgesehenen heiligen Schriften und in den meisten Gebetbüchern, nicht aber bei Alltagstexten. Die Vokalisation wird im masoretischen Text auch zur Unterscheidung von Ketib (= ‚geschrieben, es ist geschrieben, wie geschrieben steht‘) und Qere (= ‚Lies!‘) benutzt, um anzuzeigen, dass ein Wort anders zu lesen ist, als der Text darstellt oder dass es alternative Textformen gibt. Handgeschriebene Tora-Rollen, wie sie im Gottesdienst verwendet werden, sowie gewisse religiöse Texte enthalten keine Vokalisation, da sie die Mehrdeutigkeit einiger Wörter auf einen bestimmten Sinn reduzieren und dadurch den Text einschränken und interpretieren würde[3], wie es vergleichbar bei der Einteilung des Textes in Kapitel und Verse geschieht.

NameAussehen (jeweils nach א)UmschriftAussprache
AlthebräischNeuhebräisch[1]Althebräisch
(rekonstruiert)
Neuhebräisch
Chiriqאִein Punktiii/iːkurzes oder langes i[i]
Chiriq Magnumאִיein stummes Jod nach Chiriqiilanges i[i]
Sereאֵzwei waagrecht angeordnete Punkteēelanges e[ɛ̝]
Sere Magnumאֵיein stummes Jod nach Sereēelanges e[ɛ̝]
Seggolאֶdrei im Dreieck angeordnete Punkteæeɛ/ɛːkurzes oder langes ä[ɛ̝]
Seggol Magnumאֶיein stummes Jod nach Seggolæeɛːlanges ä[ɛ̝]
Patachאַwaagrechter Unterstrichaaakurzes a[a]
Qamäz gadolאָPatach mit Tropfenāalanges a[a]
Qamäz qatan/chatuphאָPatach mit Tropfenåoɔkurzes offenes o[ɔ̝]
CholämאֹPunkt links oberhalbōolanges o[ɔ̝]
Choläm MagnumוֹWaw mit Punkt darüberōolanges o; wie Choläm[ɔ̝]
Qubbuzאֻdrei schräg angeordnete Punkteuuu/uːkurzes oder langes u[u]
SchuruqוּWaw mit Punkt darinūulanges u[u]
Chataph-SeggolאֱSchwa und Seggolhochgestelltes æeɛ̆sehr kurzes ä[ɛ̝]
Chataph-PatachאֲSchwa und Patachhochgestelltes aaăsehr kurzes a[a]
Chataph-QamäzאֳSchwa und Qamäzhochgestelltes åoɔ̆sehr kurzes offenes o[ɔ̝]
Schwaאְzwei senkrecht angeordnete PunkteSchwa mobile: ə
oder hochgestelltes e
e oder nichtsflüchtiger e-Laut[ɛ̝] oder lautlos
(unabhängig von seiner
traditionellen Bezeichnung
als „quiescens“ oder „mobile“)
Schwa quiescens: nichtslautlos
Im nicht modernen Hebräisch bezeichnet Schwa quiescens Vokallosigkeit in geschlossenen Silben oder an der Silbengrenze (in der Umschrift wird es weggelassen) und Schwa mobile einen kurzen Silbenvorschlag in offenen Silben, gesprochen als flüchtiger e-Laut (je nach Umschriftsystem durch ein hochgestelltes e oder durch ein ə wiedergegeben).

Als Matres lectionis können auftreten: יJod nach Sere oder Chiräq, sehr selten auch nach Qamäz oder Seggol; וWaw nach Choläm oder (zwingend) als Bestandteil von Schuruq und Choläm magnum; אAleph nach fast allen Vokalisationszeichen; הHe nur am Wortende. Vokale mit mater lectionis sind immer lang; Chiräq und Seggol sind genau dann lang, wenn sie eine mater lectionis haben. Die matres lectionis erscheinen fast nie in lateinischer Umschrift.

Die Begriffe „lang“ und „kurz“ und die Unterscheidung der beiden Schwa sind für die Silbenstruktur wichtig; was die heutige Aussprache betrifft, sind sie allerdings bedeutungslos. Die langen Vokale stehen in den meisten offenen (nicht durch Konsonant abgeschlossenen) Silben und in betonten, mit nur einem Konsonanten abgeschlossenen Endsilben; Schwa wird dabei nicht als Vokal gezählt. Heute werden nur die als Jod geschriebenen Vokale und die in offenen, betonten Endsilben lang gesprochen; beispielsweise wird „Schalom“ (שָׁלוֹם Schin-Qamäz-Lamed-Choläm magnum-Mem) trotz seiner beiden „langen“ Vokale eher wie „Schallomm“ (kurzes, unbetontes a und kurzes, betontes o) statt als „Schahlohm“ (beide Vokale lang) ausgesprochen. Auch das Schwa mobile wird – außer in manchen Vorsilben – weggelassen, wenn der Rest aussprechbar bleibt.

In vokalisierten Texten werden durch diakritische Zeichen nicht nur die Vokale bezeichnet, sondern auch einige Konsonanten in ihrer Aussprache genauer festgelegt:

  • Die Aussprache des Buchstabens Sin/Schin als sch-Laut wird durch einen Punkt auf dem rechten, die als s-Laut durch einen Punkt auf dem linken Arm des Buchstaben bezeichnet.
  • Die Verdoppelung eines Konsonanten, die bei einigen Konsonanten auch zu einer Ausspracheänderung führt, wird durch einen Punkt im Konsonanten bezeichnet, das Dagesch.
  • Ist ein He ה am Wortende keine mater lectionis, sondern als Konsonant h gebraucht, so wird dieses He durch einen Punkt darin gekennzeichnet הּ, den Mappiq. Eine Verwechslung mit einem Dagesch ist ausgeschlossen, da ein He nie ein Dagesch trägt.

Vokalisierter und akzentuierter Text

Der masoretische Bibeltext enthält zusätzlich zu den Diakritika des vorangegangenen Abschnitts weitere Zeichen, die Teamim, die die Bibelverse ähnlich wie Satzzeichen gliedern und die beim gesanglichen Rezitieren verwendete Melodie festlegen. Sie werden ausschließlich in Bibeltexten verwendet.

Spätere und moderne unvokalisierte Schreibung

In nachbiblischer Zeit, noch vor der Entwicklung der tiberiensischen Vokalisation, wurden die Buchstaben Jod und Waw häufiger als im biblischen Vorbild als Matres lectionis verwendet, zum Teil auch für kurze Vokale. Kommen diese beiden Buchstaben als Konsonanten vor, wird das in vielen Positionen durch Verdoppelung gekennzeichnet, um sie von Matres lectionis zu unterscheiden. Insgesamt wird dadurch die Lesbarkeit gegenüber dem unvokalisierten Text wie in Bibelhandschriften erhöht. Moderne hebräische Texte sind durchgängig so geschrieben.

Die Regeln zur Anwendung der zusätzlichen Buchstaben sind relativ kompliziert. Man findet einen vollständigen Abriss im Lehrbuch von Simon;[4] im Folgenden werden nur die wichtigsten Unterschiede zur vokalisierten Schreibung zusammengestellt.

An einigen Stellen werden Matres lectionis geschrieben, wo im vokalisierten Text nur ein Vokalzeichen steht:

  • Waw für Cholam und Qubbuz in allen Positionen,
  • Waw für Qamaz qatan und Chataph-Qamaz, wenn andere Formen desselben Wortes dort Cholam haben,
  • Jod für Chiriq, wenn ein Konsonant mit starkem Dagesch folgt, jedoch nicht für das Chiriq in der Vorsilbe מִ,
  • Jod für Zere im Stamm mehrsilbiger Wörter vor der betonten Silbe und
  • Jod für Patach oder Qamaz vor einem konsonantischen Jod oder Waw am Wortende.

Außerdem werden konsonantisches Jod und Waw im Wortinneren, d. h. nach dem ersten Konsonanten des Wortstamms und vor dem letzten Buchstaben des ganzen Wortes, doppelt geschrieben – Waw immer, Jod nicht vor oder nach matres lectionis.

Diese Regeln werden nicht oder nicht alle angewandt, wenn das zu einer Häufung von Jod und Waw führen würde. Außerdem gibt es Zusatzregeln, die dafür sorgen, dass verschiedene Formen desselben Wortes – und umgekehrt analog gebildete Formen verschiedener Wörter – ähnlicher geschrieben werden als es bei mechanischer Anwendung der obigen Regeln der Fall wäre.

Ein paar Beispiele:
meschuga (verrückt) מְשֻׁגָּע wird משוגע,
tiqqun (Reparatur) תִּקּוּן wird תיקון,
tiqwa (Hoffnung) תִּקְוָה; wird תקווה,
achschaw (jetzt) עַכְשָׁו wird עכשיו,
chodschajim (zwei Monate) חָדְשַׁיִם wird חודשיים.

Einige kleine häufige Wörter ändern ihr Wortbild gegenüber der vokalisierten Schreibung – und damit dem biblischen Vorbild – nicht. Auch biblische Namen, z. B.

  • Chava (Eva) חוה,
  • Mosche (Mose) משה,
  • Jehoschua (Josua) יהושע,
  • Schlomo (Salomo) שלמה

werden meist mit dem überlieferten Konsonantenbestand geschrieben, auch wenn sie Namen heutiger Personen sind. Fremdwörter und fremde Namen bekommen in der Tendenz noch mehr matres lectionis als nach den obigen Regeln, z. B. historja היסטוריה, Bali באלי.

Teilweise Vokalisierung

Das Sprachkomitee, später Hebräische Sprachakademie genannt, hat 1949 und 1968 Regeln zur unvokalisierten Schreibung herausgegeben. Nach ihnen soll der Buchstabe Waw punktiert werden, wenn er als mater lectionis verwendet wird, und Punktierungen, die die Aussprache von Konsonanten verändern (Dagesch in Bet, Kaf und Pe; Punkt auf dem Sin; Mappiq im He) sollen ebenfalls gesetzt werden.[4] Durchgesetzt haben sich diese Regeln nicht. Man findet aber gelegentlich Texte, die sich an einzelne oder alle dieser Regeln halten.

Doppelte Vokalisierung

In manchen Wörterbüchern findet man bei Wörtern, die eine mater lectionis oder einen doppelt geschriebenen Buchstaben nur in der modernen unvokalisierten Schreibung haben, die gleichzeitige Angabe von Punktierung und zusätzlichem Buchstaben. Man soll daraus dann auf beide Schreibungen und auf die Aussprache schließen können. Das ist besonders dann der Fall, wenn sich die alphabetische Sortierung nach der modernen unvokalisierten Schreibung richtet. Für fortlaufende Texte wird diese Schreibung nicht verwendet.

Vergleich mit einigen paläographisch verwandten alphabetischen Systemen

Name des Buchstaben auf HebräischHebräische SchriftartenAndere alphabetische Systeme
klassische DruckschriftSchreibschriftRaschi-SchriftPhönizisches AlphabetGriechisches AlphabetLateinisches AlphabetKyrillisches AlphabetNabatäisches AlphabetArabisches Alphabet
אָלֶף/'alef/אאאHebrew letter Alef handwriting.svgHebrew letter Alef Rashi.pngPhoenician aleph.pngΑαAaАа01 aleph.svgا
בֵּית/bet/בבבHebrew letter Bet handwriting.svgHebrew letter Bet Rashi.pngPhoenician beth.pngΒβBbБб
Вв
02 bet.svg ب
גִּמֶל/'gimel/גגגHebrew letter Gimel handwriting.svgHebrew letter Gimel Rashi.pngPhoenician gimel.pngΓγCc
Gg
Гг03 gimel.svg ج
דָּלֶת/'dalet/,
auch /'daled/
דדדHebrew letter Daled handwriting.svgHebrew letter Daled Rashi.pngPhoenician daleth.pngΔδDdДд04 dal.svgدذ
הֵא/he/,
auch /hej/
הההHebrew letter He handwriting.svgHebrew letter He Rashi.pngPhoenician he.pngΕεEeЕе
Єє
05 ha.svgه هـ
ـهـ ـه
וָו/vav/וווHebrew letter Vav handwriting.svgHebrew letter Vav Rashi.pngPhoenician waw.pngΥυ
Ϝϝ
FfUuVv
WwYy
Ѵѵ
Уу
06 waw.svgو
זָיִן/'zain/זזזHebrew letter Zayin handwriting.svgHebrew letter Zayin Rashi.pngPhoenician zayin.pngΖζZzЗз07 zayn.svgز
חֵית/χet/חחחHebrew letter Het handwriting.svgHebrew letter Het Rashi.pngPhoenician heth.pngΗηHhИи08 ha.svgح
טֵית/tet/טטטHebrew letter Tet handwriting.svgHebrew letter Tet Rashi.pngPhoenician teth.pngΘθѲѳ09 taa.svgطظ
יוֹד/jod/,
auch /jud/
יייHebrew letter Yud handwriting.svgHebrew letter Yud Rashi.pngPhoenician yodh.pngΙιIi
Jj
Іі
Јј
10 yaa.svg ي
כַּף/kaf/כ ךכ ךכ ךHebrew letter Kaf handwriting.svgHebrew letter Kaf-final handwriting.svgHebrew letter Kaf Rashi.pngPhoenician kaph.pngΚκKkКк11 kaf.svg ك
לָמֶד/'lamed/לללHebrew letter Lamed handwriting.svgHebrew letter Lamed Rashi.pngPhoenician lamedh.pngΛλLlЛл12 lam.svg ل
מֵם/mem/מ םמ םמ םHebrew letter Mem handwriting.svgHebrew letter Mem-final handwriting.svgHebrew letter Mem Rashi.pngPhoenician mem.pngΜμMmМм13 meem.svg م
נוּן/nun/נ ןנ ןנ ןHebrew letter Nun handwriting.svgHebrew letter Nun-final handwriting.svgHebrew letter Nun Rashi.pngPhoenician nun.pngΝνNnНн14 noon.svg ن
סָמֶךְ/'sameχ/סססHebrew letter Samekh handwriting.svgHebrew letter Samekh Rashi.pngPhoenician samekh.pngΞξ
Χχ
XxѮѯ
Хх
15 sin.svg?
עַיִן/'ain/עעעHebrew letter Ayin handwriting.svgHebrew letter Ayin Rashi.pngPhoenician ayin.pngΟοOoОо16 ein.svg ع ء
غـ غ
פֵּא/pe/,
auch /pej/
פ ףפ ףפ ףHebrew letter Pe handwriting.svgHebrew letter Pe-final handwriting.svgHebrew letter Pe Rashi.pngPhoenician pe.pngΠπPpПп17 fa.svg ف
צָדֵי/'tsade/,
auch /'tsadik/
צ ץצ ץצ ץHebrew letter Tsadik handwriting.svgHebrew letter Tsadik-final handwriting.svgHebrew letter Tsadik Rashi.pngPhoenician sade.pngϺϻ-Цц
Чч
18 sad.svg ص
ضـ ض
קוֹף/kof/,
auch /kuf/
קקקHebrew letter Kuf handwriting.svgHebrew letter Kuf Rashi.pngPhoenician qof.pngϘϙQqҀҁ19 qaf.svg ق
רֵישׁ/reʃ/,
auch /rejʃ/
רררHebrew letter Resh handwriting.svgHebrew letter Resh Rashi.pngPhoenician res.pngΡρRrРр20 ra.svgر
שִׁין/ʃin/שששHebrew letter Shin handwriting.svgHebrew letter Shin Rashi.pngPhoenician sin.pngΣσςSsСс
Шш
21 shin.svgسـ س
شـ ش
תָּו/tav/,
auch /taf/
תתתHebrew letter Taf handwriting.svgHebrew letter Taf Rashi.pngPhoenician taw.pngΤτTtТт22 ta.svg ت
ث

Siehe auch

Literatur

  • Johannes Kramer, Sabine Kowallik: Einführung in die hebräische Schrift. 3., mit einer aktualisierten Literaturliste versehene Auflage. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-833-3.
  • Andreas Nachama (Hrsg.): Alephbeth. Die hebräische Lesefibel für Anfänger. Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-95565-081-0.
  • Heinrich Simon: Lehrbuch der modernen hebräischen Sprache. 11. Auflage. Langenscheidt, Verlag Enzyklopädie, Leipzig [u. a.] 1994, ISBN 3-324-00100-5.

Weblinks

Commons: Hebräisches Alphabet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Mitteilung: Transkription vom hebräischen ins lateinischen Alphabet (Memento vom 16. November 2011 im Internet Archive). (PDF; 579 kB) Akademie für die Hebräische Sprache, 14. Juli 2011 (Ivrit).
  2. Laut Namenskonvention Hebräisch der deutschsprachigen Wikipedia. Diese entspricht nicht der DIN 31636, die seit 2006 die Umschrift des Hebräischen in wissenschaftlichen Bibliotheken regelt. Die derzeit neueste Ausgabe ist DIN 31636:2018-10.
  3. vgl.: Stefan Schorch: Die Vokale des Gesetzes: die samaritanische Lesetradition als Textzeugin der Tora. Berlin 2004.
    Israel Yeivin: The Hebrew Language Tradition as Reflected in the Babylonian Vocalization, Jerusalem 1985 (hebräisch).
    Alexander Sperber: A Grammar of Masoretic Hebrew, a General Introduction to the Pre-Masoretic Bible. Kopenhagen 1959.
  4. a b Heinrich Simon: Lehrbuch der modernen hebräischen Sprache. Leipzig 1988, ISBN 3-324-00100-5, S. 151–160.

Auf dieser Seite verwendete Medien

Hebrew letter Kaf Rashi.png
Hebrew letter Kaf / Rashi
Hebrew letter Mem Rashi.png
Hebrew letter Mem / Rashi
Hebrew letter Mem-final handwriting.svg
Hebrew letter ם Mem-final / handwriting
Hebrew letter Vav handwriting.svg
Hebrew letter ו Vav / handwriting
Hebrew letter Bet Rashi.png
Hebrew letter Bet / Rashi
Hebrew letter Lamed Rashi.png
Hebrew letter Lamed / Rashi
Hebrew letter Kuf handwriting.svg
Hebrew letter ק Kuf / handwriting
Hebrew letter Ayin handwriting.svg
Hebrew letter ע Ayin / handwriting
Hebrew letter Kuf Rashi.png
Hebrew letter Kuf / Rashi
Hebrew letter Resh Rashi.png
Hebrew letter Resh / Rashi
Hebrew letter Pe Rashi.png
Hebrew letter Pe / Rashi
Hebrew letter Mem handwriting.svg
Hebrew letter מ Mem / handwriting
Hebrew letter Yud handwriting.svg
Hebrew letter י Yud / handwriting
Hebrew letter Daled handwriting.svg
Hebrew letter ד Daled / handwriting
Hebrew letter Tsadik-final handwriting.svg
Hebrew letter ץ Tsadik-final / handwriting
Tueren.Hauptsynagoge.Ohel.Jakob.Muenchen.P1021169.jpg
Autor/Urheber: Membeth, Lizenz: CC0
Die ersten zehn hebräischen Buchstaben Aleph bis Jod von oben nach unten und von rechts nach links auf den beiden Türen der Hauptsynagoge Ohel Jakob im Jüdischen Zentrum München.
Hebrew letter Nun Rashi.png
Hebrew letter Nun / Rashi
Hebrew letter Alef handwriting.svg
Hebrew letter א Alef / handwriting
Hebrew letter Nun-final handwriting.svg
Hebrew letter ן Nun-final / handwriting
01 aleph.svg
Autor/Urheber: Self, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Aleph (1st letter) in the Nabatean alphabet.
Hebrew letter Tet handwriting.svg
Hebrew letter ט Tet / handwriting
Hebrew letter Tsadik Rashi.png
Hebrew letter Tsadik / Rashi
Hebrew letter Vav Rashi.png
Hebrew letter Vav / Rashi
Hebrew letter Gimel handwriting.svg
Hebrew letter ג Gimel / handwriting
Hebrew letter Samekh Rashi.png
Hebrew letter Samekh / Rashi
Hebrew letter Bet handwriting.svg
Hebrew letter ב Bet / handwriting
Hebrew letter Taf handwriting.svg
Hebrew letter ת Taf / handwriting
GAN EDEN.svg
Autor/Urheber:

White gecko

, Lizenz: Bild-frei

Garten Eden auf hebräisch

Hebrew letter Tsadik handwriting.svg
Hebrew letter צ Tsadik / handwriting
02 bet.svg
Autor/Urheber: Self, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Beth (2nd letter) in the Nabatean alphabet.
Hebrew letter Kaf-final handwriting.svg
Hebrew letter ך Kaf-final / handwriting
Hebrew letter Alef Rashi.png
Hebrew letter alef / Rashi
Hebrew letter Samekh handwriting.svg
Hebrew letter ס Samekh / handwriting
Hebrew letter Shin Rashi.png
Hebrew letter Shin / Rashi
Alefbet ivri.svg
"Hebrew alphabet" in vocalized Hebrew, modern serif typeface.
Hebrew letter Ayin Rashi.png
Hebrew letter Ayin / Rashi
Hebrew letter Taf Rashi.png
Hebrew letter Taf / Rashi
Hebrew letter Zayin handwriting.svg
Hebrew letter ז Zayin / handwriting
Hebrew letter Kaf handwriting.svg
Hebrew letter כ Kaf / handwriting
Hebrew letter Pe handwriting.svg
Hebrew letter פ Pe / handwriting
Hebrew letter Het handwriting.svg
Hebrew letter ח Het / handwriting
Hebrew letter Lamed handwriting.svg
Hebrew letter ל Lamed / handwriting
Hebrew letter Daled Rashi.png
Hebrew letter Daled / Rashi
Hebrew letter He handwriting.svg
Hebrew letter ה He / handwriting
Hebrew letter Resh handwriting.svg
Hebrew letter ר Resh / handwriting
03 gimel.svg
Autor/Urheber: Self, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Gimmel (3rd letter) in the Nabatean alphabet.
Hebrew letter Nun handwriting.svg
Hebrew letter נ Nun / handwriting
Hebrew letter Yud Rashi.png
Hebrew letter Yud / Rashi
Hebrew letter Tet Rashi.png
Hebrew letter Tet / Rashi
Hebrew letter Het Rashi.png
Hebrew letter Het / Rashi
Hebrew letter Pe-final handwriting.svg
Hebrew letter ף Pe-final / handwriting
Hebrew letter Gimel Rashi.png
Hebrew letter Gimel / Rashi
Hebrew letter Shin handwriting.svg
Hebrew letter ש Shin / handwriting
Hebrew letter Zayin Rashi.png
Hebrew letter Zayin / Rashi
Hebrew letter He Rashi.png
Hebrew letter He / Rashi