Freunde fürs Leben (Verein)

Freunde fürs Leben e. V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Suizidprävention und zur Aufklärung über Depression und Suizid bei Jugendlichen und jungen Menschen.

Arbeitsweise

Der Verein zur Suizidprävention wurde 2001 von Gerald Schömbs, Diana Doko,[1] Vanessa Petruo und Sven Peitzner in Berlin gegründet. Die Vereinsgründer haben selbst nahestehende Personen durch Suizid verloren.[2] Die Organisation wird von zahlreichen Prominenten unterstützt und kooperiert mit anderen Organisationen und Vereinen wie Irrsinnig Menschlich, Neuhland oder dem Berliner Bündnis gegen Depression. Freunde fürs Leben ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Der Verein betreibt Kampagnen-, Presse- und Aufklärungsarbeit zum Thema Suizid. Hierbei geht es um die gezielte Informationsvermittlung über Warnsignale, Hilfsangebote und Therapiemöglichkeiten. Das Informationsportal frnd.de vermittelt Fakten und klärt auf über Irrtümer zum Thema Suizid. Der YouTube-Kanal frnd.tv informiert in kurzen Videoclips über seelische Gesundheit, psychische Erkrankungen und Resilienz. Für Schulen und Beratungsstellen stellt der Verein Informationsmaterial bereit und organisiert Posterkampagnen, Events[3] und Workshops.[4]

Zum WHO-Welt-Suizidpräventionstag 2006 initiierte der Verein die Kampagne „Prominente ‚Freunde fürs Leben’ sprechen über Suizid“.[5][6] 2013 forderte der Verein mit einer Online-Petition unter dem Motto „Rede darüber“ mehr Aufklärung über Suizid.[7] Zum WHO-Welt-Suizidpräventionstag 2014 initiierte der Verein gemeinsam mit zehn zentralen Akteuren aus den Bereichen Suizidprävention und Seelische Gesundheit die Aktion „600 Leben“ vor dem Brandenburger Tor in Berlin.[8]

Freunde fürs Leben finanziert sich durch private Spender und Fördergelder. Die Arbeit wird unterstützt durch startsocial, Barmer GEK, Aktion Mensch und weitere namhafte Förderer. 2012 wurde der Verein von der gemeinnützigen Organisation Phineo mit dem Wirkt!-Spendensiegel als eines von 14 wirkungsvollen Projekten im Themenfeld Depression ausgezeichnet.[9]

Hintergrund

Suizid ist bei Jugendlichen unter 25 Jahren die zweithäufigste Todesursache. Insgesamt sterben in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen durch die eigene Entscheidung, als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch und HIV/Aids zusammen. Bei einer Gesamtzahl von rund 10.000 Suiziden im Jahr, stirbt in Deutschland alle 53 Minuten ein Mensch durch Selbsttötung.[10]

Der Entscheidung zum Suizid liegt oftmals eine Depression zugrunde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass Depression bis zum Jahr 2020 die zweithäufigste Krankheit weltweit wird. Auch bei Kindern und Jugendlichen findet eine Verschiebung zu psychischen Erkrankungen statt. Die Pubertät ist durch extreme, hormonell bedingte Stimmungsschwankungen und körperliche Veränderungen geprägt. In dieser Phase sind junge Menschen daher besonders anfällig für psychische Krisen.[11]

Prominente Unterstützer

Siehe auch

Literatur

  • Gerald Schömbs: Mit neuen Medien neue Zielgruppen erreichen, in: Elmar Etzersdorfer: Neue Medien und Suizidalität: Gefahren und Interventionsmöglichkeiten, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-46175-5, S. 233–246

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Carina Kontio: Europäischer Depressionstag: „Totschweigen und Nichtstun verhindert keine Suizide“, Interview mit Diana Doko, Handelsblatt, 1. Oktober 2016
  2. Antje Wewer: Denn sie wussten, was sie taten, Die Welt, 11. Mai 2003
  3. Björn Trautwein: Party gegen die Schatten auf der Seele, B.Z., 5. Februar 2013
  4. Reden hilft gegen Suizidgedanken (Memento des Originals vom 13. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stern.de, Stern, 10. September 2005
  5. Andrea Barthélémy: Welt-Suizidpräventionstag: Reden hilft mehr, als viele denken, Mitteldeutsche Zeitung, 11. Mai 2006
  6. World Suicide Prevention Day 2006: Freunde fürs Leben (Memento vom 13. März 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung
  7. Charlotte Haunhorst: Sollen wir über Suizid sprechen?, Jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung, 27. September 2013
  8. Björn Trautwein: Beratung gegen Suizid: Auch E-Mails können Leben retten, B.Z., 27. August 2014
  9. Freunde fürs Leben TV, phineo.org
  10. Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Fachserie 12, Reihe 4, Statistisches Bundesamt, 2012
  11. Präventionsfeld: Suizid (Memento des Originals vom 15. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bildungsserver.berlin-brandenburg.de, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg