Einkünfte aus Gewerbebetrieb (Deutschland)

Einkünfte aus Gewerbebetrieb gehören in Deutschland zu den in § 2 Abs. 1 EStG genannten sieben Einkunftsarten und zählen zu den Gewinneinkünften. Gesetzliche Grundlage ist § 15 EStG.

Voraussetzungen

Einzelunternehmer oder Mitunternehmerschaften erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb, wenn sie

  • eine selbständige Betätigung
  • nachhaltig ausüben,
  • mit Gewinnerzielungsabsicht handeln,
  • sich dabei am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligen, also für Dritte erkennbar in Erscheinung tritt und Leistungen gegen Entgelt anbietet. Dies kann auch erfüllt sein, wenn der Gewerbetreibende für nur einen Auftraggeber tätig wird.

Die Tätigkeit, für die weder feste Einrichtungen noch ein fester Ort erforderlich sind,[1] darf dabei

  • weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft
  • noch als Ausübung eines freien Berufs oder einer anderen selbständigen Arbeit inklusive der bloßen Vermögensverwaltung

anzusehen sein, für welche eigene Einkunftsarten definiert sind.

Unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtige Kapitalgesellschaften erzielen immer gemäß § 8 Abs. 2 KStG Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb können auch erzielt werden, wenn eine Tätigkeit gegen gesetzliche Verbote verstößt.[1]

Einkünfteermittlung

Ausgangsgröße für die Ermittlung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb ist der Gewinn. Dieser wird entweder durch Betriebsvermögensvergleich oder durch Einnahmenüberschussrechnung ermittelt. Für die Ableitung der Einkünfte aus dem Gewinn sind verschiedene Sondervorschriften zu beachten, z. B. die nichtabzugsfähigen Betriebsausgaben oder der Investitionsabzugsbetrag.

Siehe auch

Literaturverzeichnis

  • Wolfgang Zenthöfer, Dieter Schulze zur Wiesche: Einkommensteuer (Blaue Reihe), 10. Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag 2009, ISBN 978-3-7910-2826-2.

Einzelnachweise

  1. a b Zenthöfer / Schulz zur Wiesche, Einkommensteuer (Blaue Reihe), S. 458