Geschichte der Casinos in Europa

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Wer heutzutage an Casinos denkt, hat sicherlich erstmal Orte wie Las Vegas, Macau oder eventuell Atlantic City vor Augen. Doch während diese Städte aktuell die Hochburgen der Spielbanken und des Glücksspiels sind, beginnt die europäische Geschichte der Casinos schon deutlich früher. Bereits 1720 öffnete die erste öffentliche Spielbank in Bad Ems ihre Pforten. Zu einem Zeitpunkt also, als die USA in ihrer heutigen Form noch gar nicht existierten.

Das Glücksspiel selbst, findet seinen Ursprung noch einige tausend Jahre früher. Im heutigen China entdeckten Wissenschaftler sechskantige Würfel aus Elfenbein oder Knochenteilen. Das Alter der antiken Spielgeräte wird auf circa 3000 v. Chr. geschätzt. Auch in der Mythologie und in den Schriften alter Zivilisationen rund um den Erdball, wird das Würfeln erwähnt. So finden sich Überlieferungen aus Griechenland, Indien und dem Römischen Reich, die das Werfen kleiner Steine belegen.

Circa 500 v. Chr., beginnt das Glücksspiel bei den Römern Gestalt anzunehmen. So war es auch um diese Zeit, dass erste Regulierungen nachvollziehbar wurden, etwa dass das Spielen um echtes Geld nur an bestimmten heiligen Feiertagen erlaubt war. Um dem Verbot aus dem Wege zu gehen, nutzen die Spieler im antiken Rom Chips, welche die Währung ersetzten. Dieses Schema hielt lange Zeit stand. Neuen Schwung gab es auch wieder im 15. Jahrhundert: Grund dafür war die Einführung von Spielkarten, die rasant an Popularität gewannen.

Seit den Anfängen, hat sich in der Welt der Spielbanken einiges getan. Während das Gesetz über die Jahre hinweg immer wieder zwischen Legalität und Verbot schwankte, gibt es aktuell schätzungsweise 1700 Casinos in Europa. Doch nicht nur die Spielbanken vor Ort locken die Interessenten an. Auch den Weg in die omnipräsente digitale Umgebung fand das Glücksspiel mit Einführung des Internets schnell.

Geringere Kosten für die Anbieter machten das Internet zu einem attraktiven Ort, bei dem unabhängig der physischen Einrichtungen eine breite Auswahl an Angeboten bereitgestellt werden kann. Für Nutzer sind die Vorteile das einfache Abrufen der Spiele und die Flexibilität, die damit einhergeht. Viel mehr als ein passendes Endgerät und eine Internetverbindung werden nicht benötigt, um mit dem Spaß zu beginnen. Auch der Sicherheitsfaktor rückte in den letzten Jahren stark in den Vordergrund. Erfahrungsberichte von etablierten Anbietern bieten den Kunden Transparenz und machen die Vorgänge durchschaubar. Wer selbst ein Spiel wagen möchte, kann beispielsweise vom Interwetten Casino Test und anderen kontrollierten Prüfungen profitieren.

Um zu verstehen, wie sich das Glücksspiel auf unserem Kontinent bis heute entwickelt hat, werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Spielbanken in Europa.

Die erste Spielbank

Die Geschichte der ersten klassischen Institution des Glücksspiels in Europa beginnt im 17. Jahrhundert. 1638 wurde das Ridotto im italienischen Venedig gegründet. Errichtet wurde es von der Regierung und nach heutigen Maßstäben war es das erste offizielle Casino. Genau wie die heutigen Spielbanken, scheuten die Erbauer keine Kosten und Mühen für die prunkvolle Einrichtung im Palazzo Dandolo und boten bereits damals eine relativ breite Auswahl von Möglichkeiten an. Damals gab es noch deutlich strengere Regeln und die Klientel des venezianischen Casinos waren der Adel und die Oberschicht.

Ursprünglich sollte die Spielbank als Vergnügungsstätte während des Karnevals dienen, gewann aber auch darüber hinaus rasch an Beliebtheit. So blieb die Türen geöffnet, bis im 18. Jahrhundert das Glücksspiel wieder in die Illegalität rutschte. Das Gebäude kann bis heute in Venedig bestaunt werden, auch wenn das Casino 1950 in den Palazzo Vendramin-Calergi zog.

Legalität ebnet den Weg der Casinos

Der große Schritt in Richtung Etablierung der Spielbanken waren vielerorts die staatlich genehmigten Lotterien. Viele Einrichtungen wurden zuvor illegal betrieben, wodurch das Glücksspiel nie ganz verschwand, doch die Erlaubnis der Regierungen sorgte dafür, dass Casinos wieder fest zum Alltag gehörten. Mehr als 100 Jahre nach der Eröffnung des Ridottos, wurde zum Beispiel in Belgien ein berühmtes Casino gegründet: 1762 öffnete das Redoute in Spa, welches bis heute unter dem Namen Casino de Spa die Besucher anlockt.

Was folgte, waren etliche Neueröffnungen von Spielbanken, hauptsächlich in Westeuropa. Vor allem Kurorte waren beliebte Plätze für die Einrichtungen, da es die ausgewählten Urlaubsorte der Reichen und Schönen waren. So unter anderem in Baden Baden, wo ab 1766 mit entsprechender Konzession das Spielen erlaubt war. Bis heute gilt das dort ansässige Casino als eines der Schönsten und bis heute befindet sich in dem luxuriösen Gebäude eine laufende Spielbank.

In den folgenden Jahren des 18. Jahrhunderts wurden weitere Casino auch in Frankreich und Belgien gegründet und besonders ein Tischspiel eroberte die Welt der Spielbanken: Roulette wurde zum Publikumsmagneten und sorgte im Alleingang für einen enormen Anstieg der Beliebtheit der Casinos. Entsprechend erfolgreich war diese Zeit für die Einrichtungen quer durch Europa.

Gründung bekannter Spielbanken

Die Gebrüder François und Louis Blanc fügten dem europäischen Roulette außerdem die 0 hinzu, was den Anreiz des Spiels verstärkte und Roulette endgültig zum Juwel der Spielbanken machte. Sie waren es auch, die 1834 den Betrieb des Hamburger Kursaal Casinos aufnahmen, wodurch auch Deutschland eine weitere bekannte Institution erhielt.

Im hessischen Bad Homburg öffnete 1841 mit der im Kurpark befindlichen Spielbank eine weitere wichtige Einrichtung, die nicht nur den Adel der Umgebung anzog, sondern weitläufig auch als Mutter von Monte Carlo bezeichnet wird – dem wahrscheinlich bekanntesten Casino der Welt.

Florestan, der damalige regierende Fürst von Monaco, stellte die Konzession für den Unterhalt eines Casinos und Badehauses aus, was sich anfangs noch in der Villa Bellevue befand. Grund für die Genehmigung war der Wunsch nach weiteren Einnahmequellen für die Stadt, was zuerst jedoch erfolglos blieb. Mit der Übernahme der Blanc-Brüder sowie dem Neubau des Casinos, nahm Monte Carlo 1863 der Spielbetrieb im eigenen Hause auf. Über die Jahre hinweg zog Monaco auch mit seiner außerordentlich schönen Stadt Besucher aus ganz Europa an - der Rest der bekannten Institution ist Geschichte.

Diese Jahre waren die Hochzeit der Spielbanken, die durch Eleganz, Luxus und Prunk ihr Publikum überzeugen konnten. Wer etwas auf sich hielt, tat gut daran seine Präsenz in den angesehenen Casinos zu zeigen. Doch die Freude hielt nicht lange und gegen Ende des 19. Jahrhunderts, gab es wiederholt Probleme mit der Legalität des Glücksspiels. Die meisten Casinos in Europa sahen sich gezwungen ihre Häuser zu schließen. Einzig Monte Carlo sprach kein Verbot aus und entwickelte sich somit zum Mekka für Casinofreunde.

Heute

Auch Anfang des 20. Jahrhunderts war das Glücksspiel in weiten Teilen Europas verboten, bis es nach und nach wieder den Weg in die Legalität fand. Heute ist es auf der ganzen Welt beliebt und für viele nicht mehr wegzudenken. Wie erwähnt befinden sich die Zentren der Casino-Welt heute in Las Vegas oder Macau, doch auch auf unserem Kontinent genießt das Spiel nach wie vor große Beliebtheit. Vor allem das Internet brachte frischen Wind in diese Angelegenheit und der Umsatz nähert sich immer mehr an den der physischen Spielbanken an. Nicht zuletzt die Ausnahmesituation der letzten Monate dürfte diese Entwicklung nochmals beschleunigt haben. Doch Freunde klassischer Spielbanken sind sich sicher, den Flair und die Atmosphäre eines schönen Casinos wird so schnell nichts ersetzen können.