Heiligtumsfahrt Maastricht

Servatius von Tongern

Die Heiligtumsfahrt Maastricht findet in einem Rhythmus von sieben Jahren zu Ehren des Heiligen Servatius von Tongern († 13. Mai 384) in Maastricht (Niederlande) statt. Sie gehört in den Zyklus der Sieben-Jahres-Heiligtumsfahrten von Aachen, Kornelimünster und Mönchengladbach.

Legende und Entstehung der Wallfahrt

Krypta und Grabstätte des hl. Servatius

Der Bischof von Maastricht (heute Diözese Roermond), der vermutlich aus Armenien stammende Servatius („der Gerettete“), starb am 13. Mai 384 in Maastricht. Sein Grab wurde in der nach ihm benannten Kirche errichtet. Zu Lebzeiten hatte Servatius angekündigt, dass die Vandalen, gemeinsam mit Alanen und Sueben in die römische Provinz Gallien einfallen werden. Diese Weissagung verwirklichte sich in der Silvesternacht 406 und in Folge dieses Ereignisses nahm die Heiligenverehrung des Servatius in Westeuropa zu. Seine Grabstätte entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort und seit 1391 versammeln sich Pilger am Grab. So sollen 1496 über 100 000 Pilger am Servatiusfest teilgenommen haben. Seit 1829 findet die Heiligtumsfahrt nach Maastricht im Sieben-Jahres-Rhythmus statt, zuletzt im Jahre 2011. Die frühere Kirche über seinem Grab ist die heutige Sankt Servatius-Basilika.

Die Feierlichkeiten während der Heiligtumsfahrt

Zu Beginn jeder Feierwoche steht der große Eröffnungsgottesdienst. In den nachfolgenden Tagen werden weitere Andachten, Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen angeboten. Den Höhepunkt bildet die große Prozession (Ommegang), bei der den Gläubigen und den Wallfahrern wertvolle und bedeutende Reliquien gezeigt werden. Bei der Prozession trägt man das Haupt in einer Reliquienbüste, den Bischofsstab, das Brustkreuz, die Patene und den Kelch des heiligen Servatius durch die Straßen Maastrichts. Der goldene Servatiusschrein bildet dabei den höchsten Mittelpunkt der Prozession, in ihm werden die Gebeine des Stadtpatrons aufbewahrt.

Heiligtumsfahrt 2011

Die letzte Heiligtumsfahrt Maastricht fand vom 30. Juni bis 10. Juli 2011 statt. Sie stand unter dem Motto „Dem Licht entgegen“. Neben der feierlichen Prozession wurden die Tage mit weiteren religiösen und kulturellen Veranstaltungen eingerahmt. Die Eröffnungsfeier wurde am Brunnen des heiligen Servatius zelebriert. Dem Rhythmus folgend wäre die nächste Heiligtumsfahrt für das Jahr 2018 vorgesehen.

Literatur

  • Lexikon der Heiligen. Verlagsgruppe Weltbild, Augsburg 2005, ISBN 3-8289-4980-0.

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Crypte uit 550 met graf St.Servaas (achter tralie-raam)
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The Noodkist or reliquary casket of Saint Servatius during the seven-yearly Heiligdomsvaart in 2011. Maastricht, the Netherlands.
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Portrait bust allegedly containing the skull of Saint Servatius, in the treasury of the Basilica of Saint Servatius, Maastricht, Netherlands. Gilded silver bust donated by Alessandro Farnese, Duke of Parma, as a replacement of an older bust that was destroyed by the Spanish troops in the sack of Maastricht, 1579.
St Servaasbrug Maastricht - St Servaas 20100327.jpg
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Saint Servatius on Servatius Bridge in Maastricht, by Charles Vos, 1934
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Reliquary busts of Saint Servatius, Saint Lambert and Saint Livinus, Gilded silver, 14th cenury. Treasury of Saint Servatius Basilica, Maastricht, Netherlands.